| Suhls Trainer Felix Koslowski: "Schwerin muss uns in einem Spiel zweimal schlagen" |
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| Dienstag, den 27. März 2012 um 07:59 Uhr |
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Glauben Sie tatsächlich, dass Sie im Rückspiel in Schwerin die Sensation schaffen können? Koslowski: Ja natürlich, es wäre ja schlimm, wenn wir nicht dran glauben würden. In Schwerin wird es zwar nochmal eine Nummer härter, als im Hinspiel. Aber der SSC muss auch erstmal das Normalspiel gewinnen und dann im Golden Set gewinnen, um weiterzukommen. Sie müssen uns also zweimal schlagen, das heißt für uns, dass wir zweimal die Chance haben, ins Halbfinale einzuziehen. Wir haben aber auch genug Respekt vor Schwerin und können die Situation realistisch einschätzen. Doch dass ein Topteam wie Schwerin gegen uns auf jeden Fall über die volle Distanz gehen muss, ist schon ein schönes Gefühl. Keine einfache Situation, Ihre Mannschaft auf diese zwei Chancen im normalen Rückspiel und im Golden Set vorzubereiten. Koslowski: Wir versuchen einfach, im regulären Spiel von Beginn an alles zu geben und das zu gewinnen. Das ist auch der einzige Weg, in so ein Endspiel zu gehen. Nur auf den Golden Set zu spekulieren und das Normalspiel wegzuschenken, ist aus psychologischer Sicht nicht möglich. Wir sind gut gerüstet für die Situation. Im Europapokal mussten wir gegen Köniz auch in den Golden Set und haben den gewonnen. Zwar war das nur ein Spiel, aber wir haben dadurch eine positive Erfahrung mit dieser Extremsituation gemacht. Aber in der Mannschaft spricht niemand im Vorfeld vom Golden Set. Das werde ich dann, wenn es dazu kommen sollte, in den Satzpausen ansprechen. Sie sprechen die Europapokalsaison an, wo sie bei der internationalen Premiere des VfB Suhl gleich ins Halbfinale des Challenge Cups gekommen sind. Koslowski: In den ersten beiden Partien hatten wir sicher auch eine glückliche Auslosung. Aber danach gegen Köniz und im Viertelfinale gegen Ankara haben wir extrem gut Volleyball gespielt. Das war beeindruckend, da hat mich die Mannschaft überrascht, wie gut wir sein können. Waren das die bislang besten Spiele Ihrer noch jungen Karriere als Cheftrainer? Koslowski: Das Auswärtsspiel in Ankara war eines der besten Matches, seitdem ich in Suhl bin. Da machen wir in vier Sätzen 24 Blockpunkte und spielen taktisch super diszipliniert. Das was volleyballerisch sehr, sehr gut. Im Rückspiel haben wir Ankara dann nach dem 30:28 im ersten Satz niedergerungen. Was macht diese Suhler Mannschaft so überraschend erfolgreich in dieser Saison? Koslowski: Wir haben eine relativ junge Mannschaft, hatten Glück mit ein, zwei Verpflichtungen, die sehr gut eingeschlagen haben. Das Mannschaftsgefüge ist toll, die Mannschaft passt vom Altersgefüge perfekt zusammen und die Spielerinnen sind einfach hungrig. Die meisten hatten noch keine großen Erfolge, haben noch keine Titel gewonnen, und dann macht es Spaß mit diesen Leuten zu arbeiten, weil sie heiß auf jedes Spiel sind. Da leuchten die Augen vor wichtigen Spielen wie am Sonntag gegen Schwerin. Da muss man als Trainer kaum noch was sagen, weil alle schon bis in die Haarspitzen motiviert sind. Sie sind mit 28 Jahren der deutlich jüngste Bundesligatrainer. Woher nehmen Sie in solchen Situationen die Erfahrung? Koslowski: Ich versuche die Erfahrung, die ich noch nicht habe, mit noch mehr Arbeit, noch mehr akribischer Vorbereitung wettzumachen. Sicher lebe ich das Spiel ein bisschen mehr mit als ältere Trainer, weil es noch nicht so lange her ist, dass ich selbst gespielt habe. Da kann ich viele Situationen noch als Spieler nachvollziehen. Das gesamte Trainerteam versucht, am Maximum zu arbeiten. Dass wir uns auf alle Situationen gut vorbereiten, alles akribisch durchplanen, spürt auch die Mannschaft. Wir sind mit Leib und Seele dabei und das überträgt sich auch auf das Team. Wir haben da eine wirklich gute Gruppe gebildet. Mein erster Co-Trainer ist auch 28 Jahre alt, der zweite Co-Trainer ist 23. Wir sind alle noch ganz jung - das passt hervorragend zusammen. Damit ist Suhl Trendsetter im deutschen Volleyball, ein so junges Trainerteam kann kein Profiklub vorweisen. Koslowski: Der Verein hat uns bei der Verpflichtung viel Vertrauen entgegengebracht. Ich bin zwar mit 28 Jahren noch jung, habe aber vor meiner Zeit in Suhl schon viel Erfahrung als Co-Trainer gesammelt - in Schwerin, in Italien und in der Nationalmannschaft. Ich weiß, wie motiviert ich damals als junger Co-Trainer war und das schätze ich auch an meinem Team. Die kann ich nachts um drei anrufen, wenn ich ein Videozusammenschnitt brauche oder die Vorbereitung auf eine bestimmte Spielerin. Die sind jung, frisch und motiviert und das prägt auch unsere Zusammenarbeit mit der Mannschaft. So ergibt sich das positive Gesamtbild. Sie sind seit 2006 Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Holen Sie sich auch für die Arbeit in Suhl Tipps von Bundestrainer Giovanni Guidetti? Koslowski: Wir telefonieren oft, er ist einer der Ersten, der nach jedem Spiel eine SMS schickt. Ich tausche mich aber nicht nur mit Giovanni aus, da gibt es auch zwei, drei andere Kollegen, mit denen ich Probleme bespreche. Denn ich bin 28 Jahre alt, ich habe noch richtig viel zu lernen. Hintergrund: Für die Ansetzungen der Halbfinalpaarungen sind die Platzierungen der Hauptrunde maßgeblich. Der beste Hauptrundenklub, der es ins Semifinale geschafft hat, tritt gegen das schlechteste noch im Wettbewerb befindliche Team der Hauptrunde an. So ergibt sich auch die zweite Halbfinalpaarung: Die zweitbeste noch im Wettbewerb befindliche Mannschaft aus der Hauptrunde trifft auf das drittbeste Team, das in der Runde der letzten Vier dabei ist. Die Ansetzungen der Viertelfinals spielen also hinsichtlich der Verteilung der Halbfinalpaarungen keine Rolle. |












