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Suhl gegen Vilsbiburg: Eine schier unendliche Geschichte
Freitag, den 22. Januar 2010 um 11:46 Uhr

Quelle: Freies Wort vom 22.01.2010

Von Claudia Fehse

Suhl – Mit dem Spiel der Suhler Volleyballerinnen am Samstag gegen die Roten Raben Vilsbiburg – Anpfiff in der „Wolfsgrube“ ist 19.30 Uhr – geht eine Geschichte zu Ende, die schier unendlich schien. Denn ursprünglich war die Partie für den 13. Januar angesetzt. Da Vilsbiburg in jener Woche aber im Europapokal aktiv war, musste ein Ersatztermin gefunden werden. Und da waren sie auch schon, die vielen Probleme. Was folgte, war ein wochenlanger Schriftverkehr und Telefonate zwischen beiden Vereinen und der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) und Gästebuch-Einträge zum Thema auf der Vilsbiburger Internetseite. Dass sich die Terminsuche so lange hinzog, trug nicht gerade zur Verbesserung der Beziehungen aller Beteiligten untereinander bei, im Gegenteil.

„Das Ganze ist einfach eine sehr leidvolle Geschichte“, sagt VfB-Präsident Wolfgang Wehner. Alles begann Mitte Dezember, als die Roten Raben den VfB Suhl auf eine notwendige Terminverlegung aufmerksam machten. Durch das Weiterkommen im Europapokal konnte am 13. Januar nicht gespielt werden, das stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest.

Der Suhler Vorschlag, am 27. Januar zu spielen, wurde aus Vilsbiburg unter Vorbehalt bestätigt, sofern nicht wieder europäische Verpflichtungen bestünden. Alternativ wurden in einer E-Mail, die unserer Redaktion vorliegt, drei Alternativen genannt: der 3. März, der 8. April oder der 15. April. Wolfgang Wehner: „Da alle drei genannten Termine gegen die Ordnungen der DVL verstoßen, gingen wir ab diesem Zeitpunkt davon aus, dass eine einvernehmliche Spielverlegung nicht möglich ist und bezogen das Büro der DVL mit ein.“ Laut Spielordnung müssen Ausweich- bzw. Nachholspiele der Hinrunde vor Beginn der Rückrunde ausgetragen werden.  „Das hätte Herr Jung-Kronseder, der Manager der Roten Raben ist und gleichzeitig im DVL-Vorstand sitzt und dort Sprecher der 1. Bundesliga der Damen ist, wissen müssen“, so Wehner.

Ein Anruf aus Berlin

Seinen Höhepunkt erreichte das Hickhack kurz vor Weihnachten, nachdem die VfB-Geschäftsstelle mit dem Vorschlag, das Spiel am 23. Januar durchzuführen, an die DVL herangetreten war. DVL-Geschäftsführer Thorsten Endres ließ ausrichten, dass besagter Termin kritisch gesehen wird, aufgrund des Allstar-Days in Dresden einen Tag später. Der VfB lenkte ein, schlug den 22. Januar vor. Auf diesen Vorschlag hin erhielt er aber laut Wehner keine Antwort – weder von Seiten der DVL noch aus Vilsbiburg. Stattdessen bekam er am 23. Dezember einen Anruf aus Berlin von Thorsten Endres. Wolfgang Wehner erzählt: „Uns wurde mitgeteilt: Falls wir einer Spielverlegung auf den 27. Januar und bei Weiterkommen der Roten Raben im Europacup auf den 3. März nicht zustimmen, wird das Spiel durch die DVL ersatzweise für den 2. oder 3. Januar angesetzt.“

Plötzlich war also eine Vorverlegung im Gespräch. „Wir fühlten uns erpresst“, so Wehner und erklärt: „Zu diesem Zeitpunkt waren die Flüge unserer Spielerinnen für einen Kurzurlaub über Silvester bereits gebucht, und wir hätten keine spielfähige Mannschaft zur Verfügung gehabt. Es ist zu vermuten, dass die Roten Raben ihren Spielerinnen bereits in der Weihnachtszeit einen Kurzurlaub ermöglicht haben, weil sie am 27. Dezember spielfrei waren und stattdessen ihre Mannschaft über Silvester im Trainingsbetrieb hatten, da am 5. Januar ein Spiel im Europapokal anstand. Wir hatten also den Eindruck, dass ein Termin ausgewählt wurde, der uns nicht möglich war, aber für die Roten Raben kein Problem darstellte.“ Dennoch lenkte Suhl ein, als Spieltermin wurde, zumindest vorläufig, der 27. Januar festgelegt. Aber, wie bereits erwähnt, wäre der ja nur zustande gekommen, wenn Vilsbiburg im Europacup ausgeschieden wäre, was bekanntlich nicht der Fall war.

Der ganze Schriftverkehr kann an dieser Stelle nicht widergegeben werden. Das Hickhack zog sich weitere Wochen hin. Verlegung von Suhler bzw. Vilsbiburger Spielen gegen andere Mannschaften standen im Raum, um Ersatztermine zu finden. Der Bundesspielwart Werner Schaus und die restlichen Vereine der 1. Bundesliga wurden vom VfB angeschrieben, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Keine optimale Vermarktung

Doch warum werden überhaupt Ligaspiele in Wochen angesetzt, in denen Europapokal ist? Sind da nicht Terminschwierigkeiten programmiert? „Wir sind nicht beim Fußball. Wir haben keine international abgestimmten Terminkalender“, sagte Thorsten Endres auf Anfrage unserer Zeitung. „Der Zeitraum für die nationalen Meisterschaften ist vom internationalen Verband FIVB für 15. Oktober bis 15. Mai festgelegt. Wir haben mehrere Vereine international beschäftigt, da können wir nicht alle Europapokal-Termine für die Liga blocken. Das geht einfach nicht.“

Der endgültige Termin für das Spiel des VfB Suhl gegen Vilsbiburg wurde schließlich am 7. Januar für Sonnabend, 23. Januar,  festgelegt. Zuvor aber hatte Suhl das Spiel auf den 22. Januar, also den heutigen Freitag, angesetzt. „Mit Rücksicht auf den Allstar-Day“, wie Wolfgang Wehner versichert. „Am 23. wären in der Wolfsgrube ein Fußballturnier und ein Handball-Punktspiel gewesen. Das mussten wir nun wieder ändern und in Abstimmung mit der Stadt Suhl unser Heimspiel organisieren. Aber schließlich haben wir nun einen Termin. Für die Vermarktung dieses Heimspiels wäre es aber enorm wichtig für uns gewesen, ihn schon viel eher zu finden. Das wäre aus unserer Sicht auch problemlos möglich gewesen.“ Das Spiel findet nun morgen statt. Wie gesagt, Anpfiff in der „Wolfsgrube“ ist 19.30 Uhr. Endlich.

 

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