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Aus ist, wenn's der Schiri sagt
Dienstag, den 26. Januar 2010 um 12:55 Uhr

Quelle: Freies Wort vom 25.01.2010

Von Claudia Fehse

VfB Suhl unterliegt trotz großer kämpferischer Leistung den Roten Raben Vilsbiburg 2:3

Suhl - Trotz großer kämpferischer Leistung reichte es nicht: Mit 2:3 (25:21, 19:25, 15:25, 25:22, 13:15) mussten sich die Volleyballerinnen des VfB Suhl den Roten Raben Vilsbiburg geschlagen geben. Beide Mannschaften teilen sich nun mit jeweils 32:16 Sätzen und 18:6 Punkten den vierten Platz.

Zunächst einmal: Es lag nicht an diesem einen Ball. Nachdem Vilsbiburg im alles entscheidenden Tiebreak den Punkt zum 13:12 aus seiner Sicht gemacht hatte, tobte die Suhler "Wolfsgrube", die Zuschauer waren außer sich. Der Schiedsrichter hatte einen Suhler Angriffsball im Aus gesehen, dabei noch seinen Linienrichter, der zuvor auf "Drin" entschieden hatte, überstimmt. Viele im Publikum hatten dies anders gesehen. "Auch wenn's hart ist, ich war mir sicher", kommentierte Wolfgang Hörmann seine Entscheidung.

Man hätte sich noch darüber streiten können, ob der Vilsbiburger Block den Ball berührte, dann hätte Suhl den Punkt bekommen. Vielleicht wäre auch ein Wiederholungsball möglich gewesen - nicht aber, wenn sich der Schiedsrichter sicher war. Aus ist, wenn's der Schiri sagt, nicht die Zuschauer. Und nachdem sich die Gemüter etwas beruhigt hatten, mussten auch einige Suhler Spielerinnen gestehen: Der Ball war Aus, Vilsbiburg nicht mehr dran.

So stand es also 12:13 aus Suhler Sicht, kurz darauf hatte der Gegner Matchball. Dieser, ein Suhler Punkt zum 13:14 und schließlich der verwandelte zweite Matchball der Roten Raben gingen im ohrenbetäubenden Pfeifkonzert unter. Zunächst überlagerte diese Entscheidung den Gesamteindruck des Spiels. Denn was, abgesehen von den beiden Minuspunkten, für den VfB Suhl unterm Strich zu Buche steht, ist diese enorme Energieleistung, die die Mannschaft abrief.

Claudia Steger als Libera

Nach den Problemen der vergangenen zwei Wochen war dies so nicht unbedingt zu erwarten, dafür aber umso ermutigender. Lucija Cigic, die sich zwei Wochen zuvor in Wiesbaden verletzt hatte, war noch immer nicht einsatzfähig. Als Ersatz auf der Liberaposition ist Miloslava Lauerova vorgesehen, doch auch sie konnte nicht spielen. Zu allem Überfluss zog sich Birgit Thumm im Abschlusstraining am Freitagabend noch eine Verletzung zu, konnte aber auflaufen und zeigte trotz dieses Handicaps und den Nachwehen einer heftigen Grippe eine bemerkenswerte Leistung. Als Libera sprang Claudia Steger ein, die ihre Sache gut machte und dafür von Trainer Jean-Pierre Staelens ein dickes Lob erntete.

Insgesamt aber war die individuelle Klasse an diesem Tag auf Vilsbiburger Seite ein bisschen besser, das gab am Ende den Ausschlag. Die Raben hatten den weit effizienteren Angriff - Katja Wühler machte allein 27 Punkte. Da konnte Suhl nicht mithalten. Schade war nur, dass der VfB nach gewonnenem ersten Satz wieder einmal nachließ, und so den Gegner selbst stark machte. Mit druckvollen Aufschlägen und einem sicher postierten Block holten sich die Suhlerinnen den ersten Durchgang und strotzten nur so vor Energie. Im zweiten Satz aber wurden die derzeitigen Schwächen offengelegt. Das schnelle Spiel über die Mitte kam wenig zum Zug, die Abwehr stand nicht so sicher gestaffelt wie gewohnt. "Im zweiten und dritten Satz haben wir das Spiel verloren", sagte auch Kapitänin Maja Adam Ilic. "Heute wäre mehr drin gewesen, das ist unglaublich ärgerlich."

Vilsbiburg revanchierte sich

Kompliment aber an die Suhlerinnen, dass sie dies im vierten Satz ausblenden konnten und nach Sätzen ausglichen. Den Tiebreak hatten sie förmlich erzwungen - schon das wäre unter den geschilderten Umständen zwei Punkte wert gewesen, aber im Volleyball gibt's nun mal kein Unentschieden.

So holten sich die Roten Raben aus Vilsbiburg weitere zwei Punkte, nachden sie bereits Schwerin und Dresden bezwungen hatten und auch im Europapokal eine Runde weiter gekommen waren. Sie revanchierten sich auch für die gegen Suhl erlittene Niederlage im Pokal-Halbfinale.

Für das Endspiel am 7. März wünschte Raben-Manager Klaus-Peter Jung-Kronseder dem Suhler Trainer viel Glück. Der konnte seiner Mannschaft nicht böse sein: "Mit so viel Problemen diese Leistung abzurufen, war unwahrscheinlich stark von meinen Mädels. Ich bin stolz", sagte Jean-Pierre Staelens.

Suhl: Startformation: Sundström, Gomulka, Thumm, Lehmann, Adam Ilic, Rapajic; Steger (Libera); eingewechselt: Steffen, Koganezawa, Simmank, Kovacs - Zuschauer 1600

 

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