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Quelle: Freies Wort vom 25.01.2010 Von Claudia Fehse VfB Suhl unterliegt trotz großer kämpferischer Leistung den Roten Raben Vilsbiburg 2:3
Suhl - Trotz großer kämpferischer Leistung reichte es nicht: Mit 2:3
(25:21, 19:25, 15:25, 25:22, 13:15) mussten sich die Volleyballerinnen
des VfB Suhl den Roten Raben Vilsbiburg geschlagen geben. Beide
Mannschaften teilen sich nun mit jeweils 32:16 Sätzen und 18:6 Punkten
den vierten Platz.
Zunächst einmal: Es lag nicht an diesem einen Ball. Nachdem Vilsbiburg
im alles entscheidenden Tiebreak den Punkt zum 13:12 aus seiner Sicht
gemacht hatte, tobte die Suhler "Wolfsgrube", die Zuschauer waren außer
sich. Der Schiedsrichter hatte einen Suhler Angriffsball im Aus
gesehen, dabei noch seinen Linienrichter, der zuvor auf "Drin"
entschieden hatte, überstimmt. Viele im Publikum hatten dies anders
gesehen. "Auch wenn's hart ist, ich war mir sicher", kommentierte
Wolfgang Hörmann seine Entscheidung.
Man hätte sich noch darüber streiten können, ob der Vilsbiburger Block
den Ball berührte, dann hätte Suhl den Punkt bekommen. Vielleicht wäre
auch ein Wiederholungsball möglich gewesen - nicht aber, wenn sich der
Schiedsrichter sicher war. Aus ist, wenn's der Schiri sagt, nicht die
Zuschauer. Und nachdem sich die Gemüter etwas beruhigt hatten, mussten
auch einige Suhler Spielerinnen gestehen: Der Ball war Aus, Vilsbiburg
nicht mehr dran.
So stand es also 12:13 aus Suhler Sicht, kurz darauf hatte der Gegner
Matchball. Dieser, ein Suhler Punkt zum 13:14 und schließlich der
verwandelte zweite Matchball der Roten Raben gingen im ohrenbetäubenden
Pfeifkonzert unter. Zunächst überlagerte diese Entscheidung den
Gesamteindruck des Spiels. Denn was, abgesehen von den beiden
Minuspunkten, für den VfB Suhl unterm Strich zu Buche steht, ist diese
enorme Energieleistung, die die Mannschaft abrief.
Claudia Steger als Libera
Nach den Problemen der vergangenen zwei Wochen war dies so nicht
unbedingt zu erwarten, dafür aber umso ermutigender. Lucija Cigic, die
sich zwei Wochen zuvor in Wiesbaden verletzt hatte, war noch immer
nicht einsatzfähig. Als Ersatz auf der Liberaposition ist Miloslava
Lauerova vorgesehen, doch auch sie konnte nicht spielen. Zu allem
Überfluss zog sich Birgit Thumm im Abschlusstraining am Freitagabend
noch eine Verletzung zu, konnte aber auflaufen und zeigte trotz
dieses Handicaps und den Nachwehen einer heftigen Grippe eine
bemerkenswerte Leistung. Als Libera sprang Claudia Steger ein, die ihre
Sache gut machte und dafür von Trainer Jean-Pierre Staelens ein dickes
Lob erntete.
Insgesamt aber war die individuelle Klasse an diesem Tag auf
Vilsbiburger Seite ein bisschen besser, das gab am Ende den Ausschlag.
Die Raben hatten den weit effizienteren Angriff - Katja Wühler machte
allein 27 Punkte. Da konnte Suhl nicht mithalten. Schade war nur, dass
der VfB nach gewonnenem ersten Satz wieder einmal nachließ, und so den
Gegner selbst stark machte. Mit druckvollen Aufschlägen und einem
sicher postierten Block holten sich die Suhlerinnen den ersten
Durchgang und strotzten nur so vor Energie. Im zweiten Satz aber wurden
die derzeitigen Schwächen offengelegt. Das schnelle Spiel über die
Mitte kam wenig zum Zug, die Abwehr stand nicht so sicher gestaffelt
wie gewohnt. "Im zweiten und dritten Satz haben wir das Spiel
verloren", sagte auch Kapitänin Maja Adam Ilic. "Heute wäre mehr drin
gewesen, das ist unglaublich ärgerlich."
Vilsbiburg revanchierte sich
Kompliment aber an die Suhlerinnen, dass sie dies im vierten Satz
ausblenden konnten und nach Sätzen ausglichen. Den Tiebreak hatten sie
förmlich erzwungen - schon das wäre unter den geschilderten Umständen
zwei Punkte wert gewesen, aber im Volleyball gibt's nun mal kein
Unentschieden.
So holten sich die Roten Raben aus Vilsbiburg weitere zwei Punkte,
nachden sie bereits Schwerin und Dresden bezwungen hatten und auch im
Europapokal eine Runde weiter gekommen waren. Sie revanchierten sich
auch für die gegen Suhl erlittene Niederlage im Pokal-Halbfinale.
Für das Endspiel am 7. März wünschte Raben-Manager Klaus-Peter
Jung-Kronseder dem Suhler Trainer viel Glück. Der konnte seiner
Mannschaft nicht böse sein: "Mit so viel Problemen diese Leistung
abzurufen, war unwahrscheinlich stark von meinen Mädels. Ich bin
stolz", sagte Jean-Pierre Staelens.
Suhl: Startformation: Sundström, Gomulka, Thumm,
Lehmann, Adam Ilic, Rapajic; Steger (Libera); eingewechselt: Steffen,
Koganezawa, Simmank, Kovacs - Zuschauer 1600 |