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Redebedarf gab es in den RL-Spielen genug (Foto: K.-H. Frank - frankphoto.de Das wichtige Heimspiel gegen den SV Einheit Borna - dem direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt in der 4. Liga - ging wie schon in Sachsen mit 0:3 verloren. Eine Vorentscheidung im Abstiegskampf scheint gefallen, denn der Suhler Rückstand auf die Bornaerinnen beträgt nun satte zehn Punkte.

Trotz der Bedeutung des Spiels wirkten die Suhlerinnen nicht frisch und einsatzbereit wie der Kontrahent aus Borna. Schnell lief das Heimteam einen Rückstand hinterher, der bei 9:14 in die erste Auszeit mündete. Zu wenig Druck im eigenen Aufschlagspiel und unnötige Fehler brachten Borna nicht in Bedrängnis. Die Gäste wiederum spielten aus sicherer Annahme und brachten ihre Angreiferinnen immer wieder gut in Szene. Der Suhler Block funktionierte eher schlecht als recht und so krachten die Bälle ins Feld. Mit 19:25 ging der erste Durchgang und somit auch die Geduld von Trainer Mathias Fritsch verloren: "Das war zu wenig Abstiegskampf!"

Auch im zweiten Durchgang ging es schleppend los, Borna führte schon wieder 10:7 und beide Suhler Auszeiten waren bereits aufgebraucht. Doch dann kam endlich das gefürchtete Suhler Aufschlagspiel ins Rollen und nun hatte der VfB in Vanessa Vestner eine eifrige Punktesammlerin gefunden, die quasi im Alleingang die 17:12 Führung heraus schmetterte. Doch wie schon so oft in dieser Saison stabilisierte sich das VfB-Spiel durch einen klaren Vorsprung nicht, bei 19:19 war der Ausgleich wieder hergestellt. Doch weiter angetrieben vom Fanclub "Dynamics" hielt Suhl nun dagegen und erkämpfte sich einen Satzball bei 24:23. Doch wie eine Woche zuvor in Erfurt kriegen die Südthüringerinnen den Satz nicht zu Ende gespielt, drei Bälle später jubelte Borna über den Knackpunkt im Spiel.

Denn der dritte Satz begann gleich mit hohem Rückstand, man hatte sich nach dem verpatzten zweiten Satz ein wenig dem Schicksal ergeben. 2:8, 3:12 und 11:21 waren Stationen der Bornaer Führung. Erst als Juliane Becher am Aufschlag eine Punkteserie beisteuerte, ging noch einmal ein Ruck durch das Heimteam. Auf einmal war man wieder in Reichweite und die Gäste, die schon einen Gang zurückgeschaltet hatten, gerieten unter Zugzwang. Mit der überragenden Akteurin Sandra Stockmeier aber gelang  es ihnen, das Heft wieder in die Hand zu nehmen. Gegen einen Großteil der Bälle, die von der Außenangreiferin geschlagen wurden, war auf Suhler Seite kein Kraut gewachsen. Lediglich ein Pünktchen wurde noch ergattert. Borna machte zum Leidwesen des VfB Suhl mit dem erneuten 25:19 den nicht unverdienten Auswärtssieg perfekt und jubelte ausgelassen in der "Wolfsgrube".

"Wie bisher in den Saisonspielen, haben wir die Chance, aus unseren Möglichkeiten mehr zu machen. Leider konnten wir ihnen nur über zwei, drei Positionen gefährlich werden. Ein bisschen hat die Galligkeit und Konstanz heute gefehlt - und dann verlierst du das wichtige  Ding", resümierte Co-Trainer Peter Tauchert schnell und treffend nach dem Spiel.

 

Somit scheint das Regionalliga-Abenteuer für die Suhlerinnen in den letzten Spielen eine Abschiedstournee zu werden, wenngleich rein rechnerisch noch Chancen bestehen. Doch dazu müsste das Team auf jeden Fall gegen Gera (einziger Hinrundensieg) und gegen VCO Dresden drei Punkte einkassieren sowie gegen die Teams aus dem Mittelfeld - Weimar, Zschopau, Meiningen - auf jeden Fall punkten. Die Gäste aus Borna haben es dagegen selbst in der Hand, die Tür für ein weiteres Jahr 4. Liga wurde in Suhl ganz weit aufgestoßen.

VfB II: S. Peter, C. Schriever, L. Kälber, K. Lenz, J. Becher, V. Vestner, S. Conrad (L) - A. Habelt, M. Oeltermann, S. Tauchert, L. Schöberlein